{"id":29992,"date":"2022-06-29T16:19:00","date_gmt":"2022-06-29T14:19:00","guid":{"rendered":"https:\/\/christian-public-affairs.org\/?p=29992"},"modified":"2022-12-09T13:59:13","modified_gmt":"2022-12-09T12:59:13","slug":"der-gottesbezug-in-der-verfassung-eine-erinnerung-an-die-grundwerte-der-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christian-public-affairs.org\/de\/der-gottesbezug-in-der-verfassung-eine-erinnerung-an-die-grundwerte-der-schweiz\/","title":{"rendered":"Der Gottesbezug in der Verfassung: eine Erinnerung an die Grundwerte der Schweiz"},"content":{"rendered":"<div class=\"postcontent\">\n<div class=\"vc_row wpb_row vc_row-fluid\">\n<div class=\"wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12\">\n<div class=\"vc_column-inner\">\n<div class=\"wpb_wrapper\">\n<div class=\"wpb_text_column wpb_content_element \">\n<div class=\"wpb_wrapper\">\n<p>Mit <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/fr\/ratsbetrieb\/amtliches-bulletin\/amtliches-bulletin-die-verhandlungen?SubjectId=57513\">113 zu 59 Stimmen bei 18 Enthaltungen<\/a> hat der Nationalrat die <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=20210419\">parlamentarische Initiative 21.419<\/a> klar abgelehnt. Der Vorstoss forderte \u2013 unter dem Titel \u201cDen Laizismus in die Bundesverfassung verankern\u201d \u2013 die Streichung des Gottesaufrufes in der Pr\u00e4ambel. Christian Public Affairs argumentierte wie folgt gegen die parlamentarische Initiative:<\/p>\n<p><strong>TRADITION<\/strong>:<\/p>\n<p>Der Gottesbezug in der Verfassung ist eine historische Tradition. Er kn\u00fcpft an die Gr\u00fcndungstexte von 1291 (\u201eIn Nomine Domini Amen\u201c), 1513 (\u201cin Gotts Nammen Amen\u201d) und 1848 (\u201eIm Namen Gottes des Allm\u00e4chtigen\u201c) an. Auf diesen Gr\u00fcndungstexten wurde die Schweiz aufgebaut und vereint.<\/p>\n<p><i>-&gt; Der Gottesbezug in den Gr\u00fcndungstexten der Schweiz ist ein Brauch, der sich wie ein roter Faden durch die Gr\u00fcndungstexte unseres Landes zieht.<\/i><\/p>\n<p><b>GESCHICHTE<\/b>:<\/p>\n<p>Es ist eine Tatsache, dass die Geschichte und die Kultur der Schweiz von den j\u00fcdisch-christlichen Religionen gepr\u00e4gt sind. Der Gottesbezug erinnert an diese Geschichte, ebenso wie das Kreuz auf der Flagge, der Eidgen\u00f6ssische Bettag, die religi\u00f6sen Feste wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten oder Auffahrt oder einfach der Kalender im Allgemeinen.<\/p>\n<p><i>-&gt; Auch wenn sich die religi\u00f6se Landschaft in der Schweiz heute s\u00e4kularisiert, ist dies kein Grund, die historische Realit\u00e4t zu leugnen.<\/i><\/p>\n<p><b>ERBE<\/b>:<\/p>\n<p>Die Schweiz hat sich auf den Werten dieses j\u00fcdisch-christlichen Erbes aufgebaut. So werden die Menschenrechte, die auch heute noch eine wesentliche Grundlage unserer Demokratie bilden, vom atheistischen Philosophen Luc Ferry als \u201es\u00e4kularisiertes Christentum\u201c bezeichnet. Ob man nun an Gott glaubt oder nicht, sind diese Werte, wie die Gleichheit aller Menschen und ihre angeborene W\u00fcrde, aus diesem Erbe hervorgegangen. Laut einer <a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/mehrheit-will-islam-nicht-als-schweizer-religion-anerkennen\/42570712\">Umfrage<\/a> aus dem Jahr 2016 geben 80% der Schweizer an, dass christliche Werte zu den Schweizer Werten geh\u00f6ren.<\/p>\n<p><i>-&gt; Unsere Gesellschaft und unsere Werte bauen auf dem Erbe der j\u00fcdisch-christlichen Werte auf.<\/i><\/p>\n<p><b>RELIGI\u00d6SE NEUTRALIT\u00c4T UND RESPEKT DER RELIGIONSFREIHEIT<\/b>: Der Verweis auf Gott in der Pr\u00e4ambel der Verfassung ist nicht unvereinbar mit der Neutralit\u00e4t des Staates in religi\u00f6sen Angelegenheiten. Der Bundesstaat hat keine religi\u00f6sen Pr\u00e4ferenzen, er ist unparteiisch. Die Glaubens- und Gewissensfreiheit wird jedem in der Schweiz (Art. 15 BV) unterschiedslos garantiert und umfasst auch die Freiheit, nicht in Gott zu glauben. Ausserdem ist die Frage der Beziehung zwischen Kirche und Staat nicht Sache des Bundes, sondern der Kantone.<\/p>\n<p><i>-&gt; Die religi\u00f6se Neutralit\u00e4t ist in der Schweiz bereits garantiert, ebenso wie die Religionsfreiheit, einschliesslich der Freiheit, nicht <\/i><i>in Gott <\/i><i>zu glauben.<\/i><\/p>\n<p><b>AUFRUF ZUR BESCHEIDENHEIT UND ZUM DIENST EINER H\u00d6HEREN SACHE<\/b>: Der Verweis auf einen allm\u00e4chtigen Gott und die Sch\u00f6pfung stellt unsere Verfassung in einen gr\u00f6sseren Rahmen als unsere eigene Existenz oder die unserer Nation. Sie ist ein Aufruf zur Demut, zur Solidarit\u00e4t und dazu, dem Gemeinwohl in einem Rahmen zu dienen, der \u00fcber unsere pers\u00f6nlichen Interessen oder die unseres Landes hinausgeht.<\/p>\n<p><i>-&gt; Der Mensch ist nicht allm\u00e4chtig, er ist nicht die letzte Autorit\u00e4t oder das Ende aller Dinge, und wir haben eine Verantwortung, die \u00fcber unsere blosse individuelle oder nationale Existenz hinausgeht.<\/i><\/p>\n<p><b>EINE NICHT AUSSCHLIESSLICHE REFERENZ<\/b>: Der Glaube ist auch heute noch f\u00fcr die Mehrheit der Schweizer Bev\u00f6lkerung ein wesentlicher Bestandteil des Lebens. Laut den <a href=\"https:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/de\/home\/statistiken\/bevoelkerung\/sprachen-religionen\/religionen.html\">neuesten Zahlen des BFS<\/a> geh\u00f6ren 68% der Bev\u00f6lkerung einer monotheistischen Religionsgemeinschaft an, 50,5% glauben, dass eine h\u00f6here Macht ihr Schicksal lenkt, und eine Mehrheit der Bev\u00f6lkerung betet mindestens einmal im Jahr.<\/p>\n<p><i>-&gt; Die Bezugnahme auf Gott in der Verfassung ist keine ausschliesslich christliche Bezugnahme. Sie spiegelt die \u00dcberzeugungen eines grossen Teils der Bev\u00f6lkerung wider.<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><b>SCHLUSSFOLGERUNG: Diese parlamentarische Initiative bietet entgegen ihrer Behauptung keinen Fortschritt in Bezug auf die religi\u00f6se Neutralit\u00e4t. Diese Neutralit\u00e4t ist auf Bundesebene bereits gew\u00e4hrleistet und wird respektiert. Stattdessen will die Initiative in der Schweiz eine s\u00e4kularisierte und laizistische Verfassungspr\u00e4ambel durchsetzen, indem sie einen traditionellen Bezug auf die Geschichte unseres Landes, die Werte, auf denen es aufgebaut wurde, und die \u00dcberzeugungen, denen eine Mehrheit der Bev\u00f6lkerung auch heute noch anh\u00e4ngt, streicht.<\/b><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit 113 zu 59 Stimmen bei 18 Enthaltungen hat der Nationalrat die parlamentarische Initiative 21.419 klar abgelehnt. Der Vorstoss forderte \u2013 unter dem Titel \u201cDen Laizismus in die Bundesverfassung verankern\u201d \u2013 die Streichung des Gottesaufrufes in der Pr\u00e4ambel. Christian Public Affairs argumentierte wie folgt gegen die parlamentarische Initiative: TRADITION: Der Gottesbezug in der Verfassung ist [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":29660,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","_seopress_robots_follow":"","_seopress_robots_imageindex":"","_seopress_robots_snippet":"","_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_robots_breadcrumbs":"","_seopress_robots_freeze_modified_date":"","_seopress_robots_custom_modified_date":"","_seopress_robots_canonical":"","_seopress_social_fb_title":"","_seopress_social_fb_desc":"","_seopress_social_fb_img":"","_seopress_social_fb_img_attachment_id":0,"_seopress_social_fb_img_width":0,"_seopress_social_fb_img_height":0,"_seopress_social_twitter_title":"","_seopress_social_twitter_desc":"","_seopress_social_twitter_img":"","_seopress_social_twitter_img_attachment_id":0,"_seopress_social_twitter_img_width":0,"_seopress_social_twitter_img_height":0,"_seopress_redirections_value":"","_seopress_redirections_enabled":"","_seopress_redirections_enabled_regex":"","_seopress_redirections_logged_status":"both","_seopress_redirections_param":"","_seopress_redirections_type":301,"_seopress_analysis_target_kw":"","footnotes":""},"categories":[58],"tags":[],"post_mandant":[],"post_theme":[],"class_list":["post-29992","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-stellungnahmen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/christian-public-affairs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29992","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/christian-public-affairs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/christian-public-affairs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christian-public-affairs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christian-public-affairs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=29992"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/christian-public-affairs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29992\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29997,"href":"https:\/\/christian-public-affairs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29992\/revisions\/29997"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/christian-public-affairs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/29660"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/christian-public-affairs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29992"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/christian-public-affairs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=29992"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/christian-public-affairs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=29992"},{"taxonomy":"post_mandant","embeddable":true,"href":"https:\/\/christian-public-affairs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_mandant?post=29992"},{"taxonomy":"post_theme","embeddable":true,"href":"https:\/\/christian-public-affairs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/post_theme?post=29992"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}