Der Nationalrat setzt ein Zeichen für starke Partnerschaften

Die Position wird von den folgenden Organisationen unterstützt: Freikirchen.ch, Schweizerische Evangelische Allianz SEA-RES, Siebenten-Tags-Adventisten.

Der Nationalrat hat ein deutliches Signal zugunsten von Ehe, Partnerschaft und Familie gesetzt: Das Postulat «Ehen, Partnerschaften und Paare stärken. Davon profitiert die Gesellschaft insgesamt» von EVP-Nationalrat Marc Jost wurde überraschend angenommen. Damit wird der Bundesrat beauftragt, bestehende präventive Massnahmen zur Unterstützung von Paaren zu analysieren, bewährte Praktiken zusammenzustellen und Empfehlungen an die Kantone zu formulieren.

Die Annahme des Vorstosses stellt einen wichtigen politischen Erfolg für die Schweizerische Evangelische Allianz SEA-RES sowie weitere familienpolitisch engagierte Akteure. Das Anliegen geht ursprünglich auf eine Resolution der SEA-RES aus dem Jahr 2011 zurück.

Gesunde Beziehungen als gesellschaftliche Ressource

Im Zentrum des Postulats steht die Überzeugung, dass stabile und gesunde Partnerschaften nicht nur Privatsache sind, sondern eine zentrale gesellschaftliche Ressource darstellen. Studien und Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen, dass Menschen in stabilen Paarbeziehungen häufiger mit ihrem Leben zufrieden sind, ihre Gesundheit positiver einschätzen und wirtschaftlich oft besser abgesichert sind.

Gleichzeitig weisen zahlreiche Untersuchungen auf die sozialen und wirtschaftlichen Folgen von Trennungen hin. Besonders betroffen sind häufig Alleinerziehende, die überdurchschnittlich oft auf Sozialhilfe angewiesen sind oder unter finanziellen Belastungen leiden. Auch Kinder können unter konflikthaften oder instabilen Familiensituationen leiden.

Das Postulat fordert deshalb einen besseren Überblick über bestehende Unterstützungsangebote wie Paarberatung, Therapie oder Begleitung in Krisensituationen. Ziel ist es, präventive Massnahmen sichtbarer und zugänglicher zu machen.

Überraschende Mehrheit trotz Widerstand des Bundesrates

Bemerkenswert ist, dass der Bundesrat die Ablehnung des Vorstosses empfohlen hatte. Er argumentierte, dass bereits zahlreiche Studien und Berichte zur Situation von Familien und Paaren vorlägen und ein zusätzlicher Bericht keinen wesentlichen Mehrwert bringe.

Dennoch fand das Anliegen im Nationalrat eine knappe Mehrheit. Beobachter führen dies unter anderem auf die intensive Vorarbeit von Marc Jost sowie auf eine strategische Anpassung des Vorstosses zurück. Jost verzichtete im parlamentarischen Prozess auf die Forderung nach einer umfassenden Berechnung der gesellschaftlichen Kosten von Trennungen und konzentrierte sich auf den präventiven Aspekt der Paarförderung.

Prävention statt Reparatur

Befürworter des Postulats betonen, dass die öffentliche Hand heute vor allem die Folgen von Trennungen begleite, während präventive Angebote für stabile Beziehungen oft zu wenig Beachtung erhielten. Dabei könne Prävention langfristig nicht nur menschliches Leid vermindern, sondern auch soziale Folgekosten reduzieren und indirekt sogar den angespannten Wohnungsmarkt entlasten.

Mit der Annahme des Postulats erhält der Bundesrat nun den Auftrag, konkrete Empfehlungen zur Förderung stabiler Partnerschaften auszuarbeiten. Damit wird das Thema Beziehungspflege erstmals stärker als gesellschafts- und familienpolitische Aufgabe auf nationaler Ebene diskutiert.

 

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